Biomethanol-Brennstoffzelle mit 800 Kilometer Reichweite
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Sieht so das bessere Elektroauto aus? Ein Ingolstädter Ingenieur hat einen Brennstoffzellen-Antrieb entwickelt, der sich mit Methanol und Wasser betanken lässt. Die Vorteile sind überzeugend. Aber leider ist das Interesse auf Seiten der Automobilindustrie bisher eher verhalten. Bei näherer Betrachtung nicht ganz nachvollziehbar.

Gumpert Nathalie (2020)
Foto: Gumpert

Vorneweg natürlich die Frage nach der Nachhaltigkeit. Das Unternehmen setzt auf grünes Methanol. Dazu wird mit erneuerbaren Energien aus Wasser elektrolytisch Wasserstoff erzeugt, der wiederum mit CO2 in Methanol umwandelt. „schwarzes Methanol“ wird bei Recyclingprozessen gewonnen oder kommt traditionell aus der petrolchemischen Industrie. Selbst bei diesem so genanntem „schwarzen Methanol“ liegt die CO2-Bilanz bei 30-40g CO2/km, im Vergleich dazu sind es bei Diesel ca. 160g CO2/km.

Roland Gumpert ist alles andere, als ein Spinner. Er holte als Chef von Audi-Sport vier Weltmeistertitel nach Ingolstadt. Schlüssel war der Quattro-Antrieb, der 1980 als den Rallye-Sport auf den Kopf stellte. Gumpert gilt als einer der Väter des Quattro-Antriebes. Er hat mit seinem Unternehmen ein zweisitziges Coupé mit 550 PS, dessen Spitzengeschwindigkeit bei 300 Stundenkilometern liegen soll gebaut. Ob man die 550 PS braucht, ist eine andere Frage.

Interessant ist das technische Konzept dahinter. Die Brennstoffzelle produziert im Auto genug elektrischen Strom, um mit einer Geschwindigkeit von bis zu 130 Stundenkilometern unterwegs zu sein. Nur wenn man in alter Gewohnheit dann doch mal den „Bleifuss“ auspackt, zieht der Antrieb zusätzlichen Strom aus der angeschlossenen Batterie. Sinkt die Geschwindigkeit unter Tempo 130 km/h lädt die Brennstoffzelle gleichzeitig auch die Batterie wieder auf. Ist die Batterie leer läuft das Auto problemlos mit 130 km/h weiter solange Methanol im Tank ist. Die Reichweite des Autos gibt Gumpert mit etwa 800 Kilometern an.

Bei Kosten von 40.000 Euro ist das Fahrzeug durchaus konkurrenzfähig. Und der Antrieb kann in nahezu jedes beliebige Fahrzeugkonzept eingesetzt werden. Ein von Gumpert umgerüsteter Smart fährt schon seit einigen Jahren problemlos im Echtbetrieb.

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Hier geht es zum Bericht in der BR-Sendung „Kontrovers“.

Hier der Bericht auf Youtube.